Vanuatu

Vanuatu verlockt mit seinen 83 Inseln und Atollen inmitten des Südpazifiks vor allem zum Tauchen, zum Baden und zu erholsamen Tagen unter den Schatten spendenden Palmen am Südseestrand. Im Hinterland erwarten die Besucher auf Wanderungen artenreiche Regenwälder sowie die brodelnden Lavaseen vieler aktiver Vulkane.

Melanesische Kultur in der Südsee

Bereits vor über 3.500 Jahren siedelten die ersten Menschen auf Vanuatu. Von Papua-Neuguinea kommend, gründeten sich auf den vielen Inseln unterschiedliche – z.T. kannibalistische – Stämme. Diese wurden Ende des 16. Jahrhunderts von dem legendenumwobenen Häuptling Roy Mata geeint. Ab dem 17. Jahrhundert begann nach und nach die Kolonisierung der Inseln durch die Spanier, Franzosen und Briten. Als Kondominium Neue Hebriden wurde die Inselgruppe ab 1906 sogar von Briten und Franzosen gemeinsam regiert. Aufgrund des Drucks von Unabhängigkeitsbewegungen der Ureinwohner erlangte Vanuatu 1980 seine Unabhängigkeit. Seitdem ist die parlamentarische Republik Mitglied des Commonwealth of Nations und zugleich Mitglied der Bewegung der Blockfreien Staaten. Vanuatu ist Teil eines Melanesien genannten Kulturraums nördlich von Australien.

In vielen Reiseführern über Vanuatu wird der Bauerfield-Airport von Port Vila als das Tor zu dem Inselstaat beschrieben. Nach der Ankunft in der Hauptstadt empfiehlt es sich, diesen geschichtsträchtigen Ort mit seinen bedeutsamen Sehenswürdigkeiten zu erkunden. So gilt es, die zeitgenössische sowie traditionelle Kultur der Melanesier kennenzulernen: Zu den größten Schätzen Vanuatus zählt vor allem die Keramikkultur Lapita. Im Nationalmuseum mit seinem integrierten Kulturzentrum erfahren Besucher mehr über die Töpferwaren von Vanuatus Hauptinsel Efate. In den Ausstellungen werden zum Beispiel Fundstücke von einer prähistorischen Begräbnisstätte gezeigt. Diese liegt nur wenige Minuten außerhalb von Port Vila am Strand von Teouma. Diverse Tonscherben sowie die aus Skelettknochen gefertigten Schmuckstücke sind auf das Jahr 1200 vor Christus datiert. Zu den Reisetipps für Vanuatus Hauptstadt gehört darüber hinaus das Freilichtmuseum Ekasup, welches sich eingehend mit der Gegenwartskultur und dem Brauchtum der Südsee befasst. So werden vor Ort beispielsweise die von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe geschützten Sandzeichnungen präsentiert. Sie bestehen aus einer einzigen Linie mit etlichen Schnörkeln und Schleifen. Einst dienten Sie als Gedächtnisstütze für Geschichten und Legenden sowie der Kommunikation zwischen verschiedenen Inselstämmen. An den Gebäudefassaden im Zentrum Port Vilas orientieren sich einige Ornamente an eben dieser Kunstform. Zudem sind reiche Reliefs und Wandgemälde von dem berühmten Maler Aloi Piloko zu sehen. Dieser hat unter anderem das Hauptpostamt farbenprächtig gestaltet.

Malampa und Espiritu Santo: Vulkane, Lavaseen und Regenwälder

Nördlich von Efate liegt die Provinz Malampa mit der Insel Ambrym. Sie ist allem voran für ihre Vulkane bekannt, die bis heute aktiv sind. Auf einer Wanderung kann man sogar brodelnde Lavaseen ausmachen. Viele Trekking-Touren führen zu den beiden benachbarten Vulkangipfeln Mount Marum und Mount Benbow. Von ihnen aus genießt man eine traumhafte Sicht über den mondgleichen Krater sowie bis ans blaue Südseewasser am Horizont. Von hier aus lassen sich auch die Umrisse der Nachbarinsel Malekula sichten. Sie ist angesichts ihrer Regenwälder und der hügeligen Landschaft ein beliebtes Urlaubsziel für alle, die beim Wandern die heimische Tier- und Pflanzenwelt kennenlernen möchten. Beeindruckend ist vor allem die vielfältige Vogelpopulation im Wald sowie an der Küste. Unter der Wasseroberfläche wartet ebenfalls eine faszinierende Artenvielfalt auf die Urlauber: Schillernde Korallen, Clowns- und Doktorfische sind allgegenwärtig, zudem beeindrucken Barrakudas und kleinere Haie.

Die größte Insel Vanuatus ist Espiritu Santo im Norden. Das Städtchen Luganville wird in vielen Reiseführern über Vanuatu als ein empfehlenswertes Ausflugsziel aufgeführt. Bekannt ist die Gemeinde für ihren Markt wie auch für einen kleinen Bach, der in der religiösen Vorstellungswelt vieler Einheimischer heilsame Kräfte haben soll. In den Restaurants von Luganville kann man traditionell essen: Krabben, Schweinesteaks und Schnecken sind Klassiker der regionalen Küche, wie auch gegrillter Fisch und gegrilltes Hühnerfleisch. Etwas exotischer hingegen sind die Fledermausgerichte Vanuatus. Zu den Reisetipps für Gourmets zählt weiterhin Laplap, ein Brei aus Yams und Taro, der in Bananenblätter eingewickelt und in Kokosmilch getränkt wird. Auf Espiritu Santo kann man sich des Weiteren hervorragend an den Stränden von Best Point und am Champagne Beach entspannen. Lohnenswert ist auch ein Abstecher ins Inselinnere: Dort befindet sich der Mount Tabwemasana, der mit 1879 Metern höchste Berg Vanuatus.

Vanuatus romantisch abgeschiedene Inseln im Norden

Ganz im Norden von Vanuatu liegen die Banks- und Torres-Inseln. Sie zählen zu den abgelegensten Gebieten Vanuatus. Die Banks Islands sind geprägt von ihren vulkanischen Landschaften wie dem Mount Gharat auf Gaua. Rund um den Gipfel befindet sich Vanuatus größter Süßwassersee, der Lake Letas. Dessen Wasser ist bis zu 32°C warm und bietet einen idealen Lebensraum für Shrimps und Aale. In der Nähe kann man außerdem den Siri-Wasserfall und den Fluss Namang besuchen. Die Banks-Insel Vanua Lava fasziniert ebenfalls mit schroffen Bergspitzen, Wasserfällen und dem Naturhafen Port Patteson. Auf den Torres-Inseln gibt es gleichsam Vulkane und Korallenatolle zu entdecken. Das Eiland Hiu ist beispielsweise ein guter Ausgangspunkt, um beim Tauchen die Meereswelt der Südsee zu erkunden.