Syrien

Syrien, das Land der antiken Assyrer, hat seit Jahrhunderten Reisende aufgrund seiner vielseitigen Kultur angezogen. Sunniten, Schiiten und Alawiten leben hier ebenso wie arabische Christen. In uralten Städten wie Damaskus, Aleppo und Homs kann man die wuchtigen mittelalterlichen Festungen bewundern. Die Natur ist von der Mittelmeerküste und der Wüste geprägt.

Reiseführer für Syrien: über eine Million Jahre Geschichte

Die frühesten Funde menschlicher Zivilisation in Syrien gehen bis auf etwa eine Million Jahre in die Vergangenheit zurück. Aus der Epoche des Acheuléen konnten Faustkeile und andere Werkzeuge entdeckt werden. In der Folgezeit besiedelten immer wieder wechselnde, vor allem semitisch sprechende Völker die Levante-Region. Aramäer und Kanaaniter, die Akkader und Hethiter, schließlich die Assyrer wurden im Gebiet des heutigen Syriens sesshaft. Im nördlichen Teil des Landes sind so die Überreste der einstigen Stadt Til Barsip erhalten geblieben. Am Ufer des Euphrats gelegen, konnten so mehrere Stelen wie die von Ahmar mit ihren Reliefs und Keilinschriften entdeckt und gesichert werden. Ebenfalls in dieser Gegend befanden sich einst die Siedlungen Karkemisch und Tell Halaf. Letzere ist für ihre wertvollen assyrischen Statuen mit den traditionellen langen Bärten bekannt.

In der Antike wurde Syrien schließlich Teil des Reichs Alexanders des Großen und später des Römischen Reiches. Aus dieser Epoche sind besonders viele Sehenswürdigkeiten erhalten geblieben. Zu den besten Reisetipps für Syrien gehört so die altrömische Stadt Bosra an der Grenze zu Jordanien. In dem antiken Theater können noch heute bis zu 15.000 Menschen Platz finden. Beeindruckend sind außerdem die aufwendig geschaffenen Säulen in Bühnennähe. Weitere Highlights sind die Thermen und Säulenstraßen, das Kabyle-Heiligtum und die im 6. Jahrhundert geschaffene christliche Kathedrale. Auch in Apamea sind viele der römischen Säulen und Tempelanlagen erstaunlich gut erhalten. Mit der Schwächung Ostroms kam es zur schrittweisen Islamisierung Syriens durch arabische Stämme, später durch die Osmanen. Sie bestimmten die Geschicke des Landes bis weit in das 20. Jahrhundert hinein, als Syrien unter den Schutz des Völkerbundes gestellt wurde. 1946 wurde Syrien schließlich zur Republik und ist seither ein unabhängiger Staat.

Syriens Städte: Reisetipps für Kulturinteressierte

Damaskus ist als Hauptstadt meist der Beginn einer jeden Reise durch Syrien. Im Nationalmuseum kann man sich einige der uralten Artefakte wie die Terrakottastatuen aus der antiken Oasenstadt Palmyra und die Skulpturen aus Mari ansehen. Eindrucksvoll sind außerdem die strahlenden Damaszenerwaffen, die Fresken aus der Dura-Europas-Synagoge und die Koranschriften aus dem 13. Jahrhundert. Die gesamte Altstadt steht angesichts ihres reichen Epochenmixes auf der Welterbeliste der UNESCO. Zu ihr zählen unter anderem die mächtige Umayyaden-Moschee und die weitverzweigten Geschäftsstraßen des Souks al-Hamidiya. Abseits des Zentrums thront die vom römischen Kaiser Diokletian in Auftrag gegebene Burg von Damaskus. Sie wurde später von den Mongolen besetzt. Markant sind insbesondere die wuchtigen Wehrtürme und Reliefs an den Toren. Im Nordosten von Damaskus befindet sich das christliche Viertel Bab Tuma mit seinen zahlreichen Kirchen, zum Beispiel der Ananias-Kapelle.

Zu den ebenfalls bedeutenden Reisezielen Syriens zählt Homs. In der 800.000-Einwohner-Stadt begeistert das arabische Flair, welches man rund um die Wehrmauern der ehemaligen Zitadelle und in den Souks erleben kann. Ein Muss sind hier die vielen Garküchen. Arabische Spezialitäten wie Fladenbrot, Hummus, getrocknetes und eingelegtes Gemüse sowie Tabulé eröffnen ganze kulinarische Welten für den Besucher. Es sind dabei insbesondere die intensiven Gewürze wie Kreuzkümmel, Safran, Sesam und Kardamom, die das Essen Syriens so einzigartig machen. Reiseführer empfehlen in Homs einen Abstecher zu den Überresten der Kreuzfahrerfestung Krak de Chevaliers. Sie befindet sich auf erhöhtem Posten im Alawitengebirge und ist mit ihrem massiven Mauerwerk Teil des UNESCO-Welterbes. In Aleppo im nördlichen Syrien stammt die Stadtzitadelle von den Ayyubiden aus dem 13. Jahrhundert. Die Reste der Anlage liegen mitten im Zentrum und wirken noch immer beeindruckend auf den Betrachter. Tief unter der Anlage führen unterirdische Gänge aus dem Mittelalter quer durch die Stadt.

Ausflüge in die Natur

Unter den besten Reisetipps für Syrien dürfen Aufenthalte an der Mittelmeerküste natürlich nicht fehlen. Zwischen weißen Kiesel- und Sandstränden, grünen Hügeln und Zedernbäumen, kann man beispielsweise in Latakia baden und das angenehm milde Klima der Levante genießen. An der Strandpromenade, der Corniche, gibt es eine ganze Reihe an Kaffee- und Teehäusern, Garküchen und Souvenirläden. Verschiedene Strandhotels lassen sich auf der Halbinsel Ibn Hani finden. Die bekannteste Attraktion der Region ist das einstige Schloss des berühmten Sultans Saladin, einem der bedeutendsten Gegner der Kreuzfahrer. Von Mashta aus lohnt sich der Aufstieg zum Berg Saydeh, von dem man eine traumhafte Aussicht auf die umliegenden Pinienwälder genießt. Im Anti-Libanon-Gebirge ragen die Gipfel sogar bis über 2.800 Meter in den Himmel. Das Hinterland ist von den weiten Dünenmeeren der Wüste und von den fruchtbaren Auenlandschaften am Fluss Euphrat geprägt. Hier liegen unter anderem Händlerstädte wie Deir ez-Zor, das angesichts der mesopotamischen Ruinen sehenswert ist, sowie die Seen Assad und Al Jaboul.