Fernweh? Globetrotter’s Reisetipp: El Salvador. Lassen Sie Träume wahr werden…

El Salvador

Wer nach El Salvador reist, kann abseits der großen Urlauberrouten präkolumbische Maya-Stätten besuchen und an den Surfstränden des Pazifiks ausgelassen Sport treiben. Im Inland lassen sich tropische Nationalparks mit reichen Dschungelwelten, Wasserfällen und dem Suchitlan-See unweit der spanischen Kolonialstadt Suchitoto besichtigen.

Reiseführer für El Salvador: die südlichsten Maya-Stätten Mittelamerikas

Insgesamt gibt es in El Salvador drei große Maya-Stätten, an denen man einen ersten Eindruck von der präkolumbischen Hochkultur gewinnen kann. Im Vergleich zu den großen Pyramiden, rituellen Schwitzbädern und Ballspielplätzen in Guatemala und Mexiko sind die Anlagen in El Salvador etwas kleiner. Ungewöhnlich ist dabei vor allem Joya de Cerén vor den Toren der Hauptstadt San Salvador. Vor etwa 1.500 Jahren wurde die Siedlung durch einen Vulkanausbruch konserviert und gilt seit ihrer Wiederentdeckung als das Pompeji Mittelamerikas. Bei einem Rundgang werden die circa 70 Lehmbauten in ihrer Struktur deutlich sichtbar: Wohnhäuser, Vorratsspeicher und die Maya-Saunen Temazcals lassen sich hier unter anderem finden. Unter den großen Metalldächern suchen außerdem die schillernden Guardabarranco-Vögel Schutz vor der Sonne. Nur wenige Minuten trennen Besucher in Joya de Cerén von einer zweiten sehenswerten Maya-Stätte, San Andrés. Hierbei handelt es sich um ein gut erhaltenes Dorf im fruchtbaren Zapotitan-Tal, das vermutlich im 11. Jahrhundert aufgegeben wurde. Bekannt ist der Ort für die restaurierte Terrassenpyramide und den hier wachsenden Kakao. Deutlich höher ragt die Pyramide von Tazumal in den Himmel. Diese westlichsten Vermächtnisse der Maya überhaupt befinden sich auf 650 Metern Höhe bei Chalchuapa und geben mit den etwa 23 Meter hohen Terrassen sowie einem Ballspielplatz einen spannenden Einblick in die Kultur der frühen Hochkulturen Amerikas.

Vermächtnisse des Bürgerkriegs: Unterwegs in San Salvador und Umgebung

Seit der Unabhängigkeit El Salvadors im Jahr 1821 ist das Land zerrissen. Lange Zeit von kolonialen Mächten als Kaffee- und Kakaoquelle missbraucht, kam es 1930 zum Militärputsch. Seitdem gab es immer wieder blutige Kämpfe zwischen den rechtskonservativen Eliten und kommunistischen Truppen. Die 1980er Jahre waren von einem erbarmungslosen Bürgerkrieg zwischen den beiden Gruppierungen geprägt, an dessen Ende 1991 ein verwüstetes Land stand. Die Spuren dieser Zeit lassen sich nicht zuletzt im Zentrum der Hauptstadt San Salvador finden. Die historische Altstadt mit ihren ehemaligen Regierungsbauten und den Kathedralen hat die Bevölkerung unlängst für sich reklamiert. An jeder Ecke kann man zwischen der kolonialen Bausubstanz Obst, die berühmten Maisfladen Pupusas und schamanistische Medizinprodukte wie beispielsweise Panzer von Gürteltieren kaufen. Aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg sind vor allem die monumental wirkende Nationalkathedrale und die Kirche Iglesia Rosario erhalten geblieben. Letztere wirkt mit ihrer brutalistischen Betonarchitektur zwar von außen unattraktiv – wer den etwas versteckten Eingang findet, darf sich jedoch über einen der wohl schönsten Reisetipps für El Salvadors Hauptstadt freuen: Durch die eingefassten Fenstergläser in vielfältigen Farben, schimmert es im Inneren, als ob ein Regenbogen auf einen scheinen würde. Zu Fuß erreicht man von der Kirche mühelos den Nationalpalast, der bis 1974 Sitz der Präsidenten war. Heute sind die üppig gestalteten Säle ein Symbol für die Korruption einer vergangenen Epoche. Außerhalb des Centro histórico gibt es eine stattliche Anzahl an Einkaufsboulevards und Museen, so vor allem das David J. Guzman und das MARTE. Beide Einrichtungen sind für ihre Ausstellungen zu Maya-Kunst und indigenem Leben bekannt. Eng mit der Geschichte El Salvadors ist übrigens das Schicksal der Familie Guirola verbunden. Von den Kommunisten enteignet und aufgrund eines vermeintlichen Abkommens mit dem Teufel geächtet, gelten ihre ehemaligen Anwesen heute als Geisterhäuser. Im Rahmen von Besichtigungstouren lässt sich in Santa Tecla und San Salvador dem Spuk auf den Grund gehen.

Naturschönheiten El Salvadors: Reisetipps für Badegäste und Wanderfreunde

Rund um San Miguel verbringen Urlauber ihre Zeit, die vor allem eines möchten: Surfen. Die schwarzen Strände El Sunzal, El Zonte und El Cuco gehören zu den beliebtesten Spots für diese Sportart. Darüber hinaus ist die Gegend um La Libertad, die Playa El Esteron und die Playa Las Flores auch bei anderen Sportliebhabern beliebt. Vor Ort gibt es eine ganze Reihe an Aktivitäten, die über Windsurfen und Wellenreiten hinausgehen. So kann man Wasserskitouren und Parasailing, Wakeboarding und Jetskis buchen.

Landeinwärts sind es die mächtigen Vulkanlandschaften, die ein jeder Reiseführer für El Salvador empfehlen wird. Zunächst wäre da der Nationalpark Cerro Verde mit den umliegenden Vulkanen Santa Ana, Izalco und San Marcelino zu nennen. Mit dem Bus kann man teils bis nah an den Gipfel herankommen. Ambitionierte Sportler begeben sich dagegen lieber nachts zum Kraterrand, um von hier aus den Sonnenaufgang zu genießen. Im Anschluss daran gönnt man sich im Kratersee Coatepeque eine Erfrischung. Ein zweites Gewässer, das in El Salvador einen Besuch lohnt, ist der türkisblaue Suchitlán bei Suchitoto. Sehenswert sind hier nicht zuletzt Wasserfälle wie die Los Tercios.

Im Nationalpark El Imposible, zu Deutsch: der Unmögliche, erhalten Gäste einen Einblick in die bunte Tropenwelt des Urwalds. Inmitten der Apancea-Ilamatepec-Berge gelegen, wandelt man hier an Mammutbäumen und Lianen vorbei, sichtet seltene Vogelarten, Faultiere und Affen.