Fernweh? Globetrotter’s Reisetipp: Jever. Lassen Sie Träume wahr werden…

Jever

Unweit von Nordseeküste und Jadebusen entfernt gelegen, blickt Jever auf eine über 1.000-jährige Geschichte zurück. Das von fünf Wassergräben durchzogene, gut erhaltene historische Stadtbild mit zahlreichen Baudenkmälern und Kunstwerken zeigt Einflüsse verschiedener Machthaber: Dänen, Franzosen, Russen und Holländer hinterließen hier ihre Spuren. Durch Fräulein Maria, die bedeutende letzte Regentin aus dem Hause Jever im 16. Jahrhundert, erhielt der Ort den Beinamen Marienstadt. Gewissermaßen im Schnelldurchlauf kann man die Geschichte Jevers beim Glockenspiel am Gasthaus Hof von Oldenburg erleben: Mehrfach täglich laufen hier Figuren der wichtigsten Persönlichkeiten im Kreis, zu denen neben Maria von Jever u. a. auch Katharina II. von Russland gehört.

Schlossschätze und Schauergeschichten

Zentrale Sehenswürdigkeit des Ortes ist das von einem idyllischen englischen Garten umgebene Schloss. Von Jevers wechselhafter Geschichte zeugen nicht nur die Exponate des Schlossmuseums, sondern auch historische Räume, wie der Audienzsaal mit geschnitzter Eichenholzdecke aus der Renaissance und der Gobelinsaal mit seinen barocken Wandteppichen. Ein Relikt der ehemaligen mittelalterlichen Burganlage ist der Schlossturm, der als Wahrzeichen weithin sichtbar über Jevers Dächer hinausragt. Einen sagenhaften Eindruck von Jever gibt auch der Brunnen am Alten Markt mit Figuren aus fünf regionalen und teils schaurigen Legenden. Dass Teile dieser Herrscher, Hexen und Hasen beweglich sind, macht den Brunnen besonders bei Kindern beliebt. Tipp: Auf unterschiedlichen Führungen kann man die Stadt Jever aus verschiedenen Blickwinkeln erkunden. So empfiehlt sich z. B. ein Rundgang mit einem Nachtwächter oder einer Krimiautorin.

Bierbrauerei und Blaues Wunder

Buchstäblich in aller Munde ist Jever zweifelsfrei durch seinen größten Exportschlager: Das Jever Bier. Die seit über 150 Jahren bestehende Brauerei kann man bei einer Führung unter fachkundiger Begleitung besichtigen und dabei die Entstehung des Pilsners vom Sudhaus bis zur Abfüllung verfolgen. Das angrenzende Museum zeigt die historische Art des Bierbrauens. Hinweis: Für die knapp zweistündige Führung durch den gesamten Komplex sollte man sich bereits im Vorfeld anmelden. Ein blaues Wunder erlebt man dagegen in der Blaudruckerei in der historischen Gasse Kattrepel, wo noch die Tradition des einst weitverbreiteten Blaudrucks lebt. Hier kann man nicht nur bei der kunstvollen Arbeit zuschauen, sondern auch Muster, Stoffe und Rezepte aus ganz Europa bestaunen.