Fernweh? Globetrotter’s Reisetipp: Görlitz. Lassen Sie Träume wahr werden…

Görlitz

Deutschlands östlichste Stadt Görlitz bildet zusammen mit ihrer polnischen Schwesterstadt Zgorzelec ein Zentrum der europäischen Verständigung. Seit 2004 verbindet eine Fußgängerbrücke über die Neiße die beiden Orte miteinander. Die von Kriegszerstörungen nahezu verschonte Stadt birgt heute eine der großflächigsten Altstädte Europas: Über 4000 einzelne Denkmäler machen aus der Görlitzer Innenstadt quasi ein Flächendenkmal.

Tipps für einen Stadtrundgang

In der Nikaolaivorstadt steht mit dem Scharfrichterhaus das einzige vollständig erhaltene der wenigen Görlitzer Fachwerkhäuser. Das benachbarte Finstertor führt in die Altstadt und ist ebenso Teil deren mittelalterlicher Befestigung wie der Nikolaiturm. Im Herzen der Altstadt umrahmen Baudenkmäler der Stilepochen Gotik, Renaissance und Barock den Untermarkt. Der Häuserblock in dessen Mitte wird seit dem 14. Jahrhundert „Zeile“ genannt und diente als Ladenpassage. Der 1714 fertiggestellte Anbau der Alten Börse mit Barockportal beherbergt heute ein Hotel. Historische Uhren schmücken zwei Gebäude am Untermarkt: Den Turm des im Barockstil umgebauten Rathauses mit Renaissance-Fassade zieren zwei Uhren. Die obere ist eine Monduhr, die untere zeigt die Uhrzeit an. Ein Männerkopf an ihrem Zifferblatt klappt zu jeder Stunde seine Kinnlade herunter. Zwei Sonnenuhren sind an der Ratsapotheke angebracht; die verschiedenfarbigen Linien der einen illustrieren drei unterschiedliche Weisen der Stundenzählung. Etwa 800 Meter weiter liegt ein Baudenkmal des 20. Jahrhunderts: 1913 wurde am Demianiplatz das Görlitzer Warenhaus eröffnet. Der nach dem Vorbild des Berliner Kaufhauses Wertheim errichte Jugendstilbau beeindruckt mit freihängenden Treppen und geschnitzten Geländern.

Reisehinweise: Sakralbauten und Landeskrone

Mehrere Epochen prägen die Nikolaikirche. Ihre Grundmauern stammen aus dem frühen 12. Jahrhundert, das Innere des spätgotischen Neubaus wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Stil des Expressionismus gestaltet. Rund 84 Meter hoch ragen die Türme der Hallenkirche St. Peter und Paul über der Altstadt empor. Das Wahrzeichen von Görlitz besticht mit der barocken Innenausstattung seiner fünf Kirchenschiffe. Von dort führt der Görlitzer Kreuzweg in tausend Schritten zu einer Pilgerstätte am nordwestlichen Rand der Altstadt: 1504 wurde der Nachbau des Heiligen Grabs von Jerusalem mit einer verkleinerten Kopie der mittelalterlichen Heilig-Kreuz-Kapelle fertiggestellt. Vor den Toren der Stadt liegt der Görlitzer Hausberg Landeskrone. Von dem Aussichtsturm des 420 Meter hohen Basaltkegels genießen Besucher weite Aussichten über die Lausitzer Berge.